Die Andachtsgruuppe

Diese Andachtsgruppe, die aus fünf lebensgroßen Steinfiguren und mehreren kleineren symbolischen Skulpturen besteht, ist als Friedhofskreuzanlage anzusprechen. Als diese vor 478 errichtet wurde, waren rings umher mindestens ein halbes Jahrtausend die Verstorbenen der Pfarrei Morken, zu der damals nicht nur Morken-Harff, sondern auch Epprath, Hohenholz und Omagen gehörten, zur letzten Ruhe bestattet worden. Diese Einrichtung des Kalvarienberg wurde 1531 von einem Künstler, dessen Name nicht überliefert ist, im Auftrag der adeligen Familie des Schlosses Harff, nämlich den Eheleuten Ritter Godart von Harff  und Johanna von Gertzen gen. Sintzig in Auftrag gegeben.


 
Der Kalvarieberg in Morken
 
 
 
 
 
Das Kreuz mit Spruchband

 

Zur Mittelgruppe des Kalvarienberges, der Heiland am Kreuze mit Maria und Johannes zur Seite, ist eingefasst von der Darstellung der beiden mit dem Heiland gekreuzigten Schächer. Der Blick wird gefesselt durch die Mittelgruppe. Ihr hat der Künstler besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Linienführung sowie Gesichtsausdruck und Gewandung der Personen sind in großer Sorgfalt ausgeführt. Nach der Idee des Künstlers kommt der Augenblick zur Darstellung in dem Christus sterbend zu Johannes, als Vertreter jedes Christusjüngers die eindringlichen Worte spricht: „Sohn, siehe da deine Mutter!“ Um dieses Christuswort noch tiefer in die Seele des betrachtenden, andächtigen Zuschauers einzuprägen, finden wir über dem Heiland eine Darstellung des himmlischen Vaters, der unter Offenbarung des hl Geistes in der Gestalt einer Taube die Worte Spricht, welche auf dem Spruchband eingemeißelt sind: „Dis is min libster son, in dem ich min wollbehagen habe“.

 


 
Die Kreuzigungsgruppe
 
 
Die Stifter des Kalvarienberges haben nicht nur der religiösen Erbauung anderer gedient, sondern auch sich selbst ein würdiges Denkmal gesetzt. Mit Berechtigung hängt ihr adeliges Wappenschild, bei dem das Jahr der Errichtung 1531 eingemeißelt ist, zu Füßen des Gekreuzigten auf einer rötlichen Sandtafel. Das Wappenschild zeigt in den Feldern oben rechts und unten links das Wappen derer von Gertzen und in den beiden anderen gegenüberliegenden jenes von Sintzig.

 

 Der Kalvarienberg mit altem Morkener Kirchturm

 

Die Liebe zum Kalvarienberg ist den Bewohnern von Morken seit Jahrhunderten tief ins Herz gewurzelt. die enge Verbundenheit der Morkener mit der Kreuzigungsgruppe geht aus einer alten Legende des „Morkener Schuss“ hervor. Zu dieser Legende gehört jene Erzählung, es sei am Ende des vorletzten Jahrhunderts der Christuskörper durch die Kugel eines Soldaten der französischen Revolutionsarmee verletzt worden. Dieser Kalvarienberg wurde, bedingt durch die Umsiedlung von Morken-Harff, demontiert und in der Dombauwerkstätte in Xanten am Niederrhein, wo übrigens eine ähnliche Kreuzigungsgruppe existiert, renoviert. Heute ziert diese Kalvarienbergdarstellung die Ostfront an der Martinskirche in unserer neuen Heimat.

 


 
Maria und Johannes an der neuen Martinskirche in Kaster


 
Die komplette Andachstgruppe an der Martinskirche
   
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